Workshops
Workshop 1: „Fachsprachenerwerb“
In diesem Workshop geht es unter anderem um den berufsbezogenen und wissenschaftsbezogenen Fachsprachenerwerb, „Legal oder Technical English“, Deutsch als Fremdsprache (DaF), Französisch für Historiker“….
Beiträge im Rahmen des Workshop 1
a) Titel: „Technical English“
Referent: Tony Brown, TU Braunschweig
Die spezifischen Anforderungen der fachbezogenen englischen Sprache für Studierende der verschiedenen Ingenieurwissenschaften werden an der TU Braunschweig durch ein breites Spektrum von fachspezifischen Englischkursen aufgegriffen, die auf den GER-Niveaustufen B2 und C1 angeboten werden. Durch möglichst authentische Kommunikationssituationen zu interessanten, fachbezogenen Themen werden die Studierenden zur Verbesserung ihrer englischen Sprachfähigkeiten motiviert. Es werden hier die Grundlagen und die Struktur dieser Kurse präsentiert sowie die Themenwahl und mögliche Vermittlungskonzepte angesprochen.
b) Titel: "Die Entwicklung von fachsprachlichen Schreibfertigkeiten"
(Bereich Rechtswissenschaften)
Referent: Dr. iur. Lydia Scholz, The University of Warwick
Eine moderne Fachsprachenvermittlung trägt der engen Verknüpfung von Inhalt und Sprache Rechnung. Aus diesem Grund wurden von einer Juristin und einer Linguistin in enger Kooperation Aufgaben entwickelt, in denen der Gutachtenstil inhaltlich mit den hierfür notwendigen Sprachübungen verbunden wird. Die nichtmuttersprachlichen Studierenden werden so befähigt, ihre Inhalts- und Sprachkompetenzen gleichermaßen weiterzuentwickeln. Diesen Ansatz verfolgt das an der University of Warwick entstandene Projekt „DaF trifft auf Jura“, dessen Zwischenergebnisse exemplarisch vorgestellt und diskutiert werden sollen.
c) Titel: "Die Sprache der Diplomatie. Entwicklung formeller
Schreibfertigkeit am Beispiel von NMUN Resolutionen."
(Bereich Rechtswissenschaften)
Referent: Dorthe G. A. Hartmann, M. A. (Norwich),
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Seit inzwischen mehr als zehn Jahren nehmen Studierende der Ernst-Moritz- Arndt Universität an den National Model United Nations (NMUN) Simulationen in New York teil. In Greifswald ist dies stets eine studentische Initiative gewesen, in der frühere Delegierte zukünftige Teilnehmer in die Feinheiten des Protokolls der Vereinten Nationen einführen. Mit den Jahren wurde der Bedarf an professioneller Unterstützung bei der Ausbildung formaler schriftlicher und mündlicher Fertigkeiten sowie des Trainings interkultureller Kompetenz sichtbar. Diesen Bedarf trägt der fachspezifische Sprachkurs: “The language of diplomacy and international relations“ Rechnung.
Der Vortrag wird sich auf die Ausbildung formeller schriftlicher Fertigkeiten im Allgemeinen und das Verfassen von UN Resolutionen konzentrieren und in die dazu entworfene Unterrichtssequenz einführen: Textanalyse von UN Resolutionen inklusive ihrer Struktur, ihres Inhalts und ihrer Sprache, vorbereitende Sprachübungen, Verfassen einzelner Klauseln und ganzer Resolutionen, Bewertung. Das Verfahren, so die These, lässt sich auch auf die Aneignung von Schreibfertigkeit in anderen Textsorten anwenden.
d) Titel: „Im Schatten der Fusion: ein virtuelles Projekt zum
Erwerb interkultureller Kompetenzen, bei dem nebenbei
das Problem einer deutsch-amerikanischen Fusion gelöst
wird“
Referentin: Dr. Elke Lassahn
Zahlreiche Theorien und Beispiele aus dem (Berufs-)Alltag verdeutlichen die Komplexität interkultureller Phänomene und entwickeln und vertiefen interkulturelle Kompetenzen. In der Theorie wirkt alles verständlich und einsichtig, allerdings zeigt die Realität, dass trotz intensiver Vorbereitung viele Manager doch an ihrem Auftrag in einem anderen fremden Kulturkreis scheitern. Einen anderen Weg zur lebendigen und gelebten Interkulturalität beschritt im Sommersemester 2011 Frau Dr. Lassahn an der FH Mainz im Rahmen des Wahlpflichtfachs "Working in Intercultural Teams". In Kooperation mit dem Seminar "International Management" an der E. Craig Wall Sr. College of Business Administration der Coastal Carolina University (CCU) in Conway, South Carolina sowie an der Realität angelehnten Übungen erarbeiteten die ca. 170 Studierenden, wie die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen erlebt und erfahren wird. Dieser Teil des Workshops gibt einen Einblick in verschiedene, z.T. auch spielerische Möglichkeiten, am eigenen Leib zu erfahren, wie sich ein anderer Kulturkreis "anfühlt". Beinahe nebenbei lösten die Studierenden auf beiden Seiten des Atlantiks drei Aufgaben zu einer hypotetischen Fusion zwischen Reebok und Adidas.
Workshop 2: „Neue Technologien“
In diesem Workshop geht es unter anderem um das Whiteboard, Wiki, Webinar, „Blended Learning: Möglichkeiten und Grenzen der Einbindung von neuen Technologien in das Curriculum“...
Beiträge im Rahmen des Workshop 2
a) Titel: „Nutzung der Online-Enzyklopädie Wikipedia
im Rahmen der Lehre“
Referent: Jan Eißfeldt, Uni Leipzig
Der Beitrag stellt zwei erprobte Modelle zur aktiven Nutzung der Online-Enzyklopädie Wikipedia im Rahmen der Lehre vor und wendet sich dann den Spezifika des Gebrauchs in der Fremdsprachendidaktik zu. Dargestellt werden zunächst die Vor- und Nachteile dieses Instruments gegenüber konventionellen Seminaren und Lernplattformen anhand zweier Modelle, die unterschiedlich weit für die Mitwirkung Dritter, der Projekt-Gemeinschaften, geöffnet sind ohne dabei die Lehrendenrolle zu ersetzen. Thematisiert werden die durchführungsrelevanten Perspektiven für Lehrende und Studierende sowie exemplarisch die kooperationszentrierten Lern- und Lehrumgebungen von zwei Sprachversionen, Englisch und Spanisch, skizziert.
Publikation: Eißfeldt, J./Sauer, Th.: The case of Wiwiwki; in: SEM| Radar, 10. Jg., 01/2011, S. 31 - 54
b) Titel: „Nutzung von Wikipedia und Wikis im Unterricht"
Referent: Prof. Dr. Stephanie Swartz-Janat Makan, FH Mainz
Zunehmend finden wir Studierende mit fortgeschrittenen Kenntnissen, die nicht mehr durch die herkömmlichen Sprachvorlesungen ausreichend gefordert und gefördert werden. Damit werden wir als Dozenten herausgefordert, neue Konzepte mit und für Sprachinhalte zu finden. Einerseits sollen Stil, eine mündliche und schriftliche akademische Sprache entwickelt werden. Anderseits soll die Sprache neue Anwendungen finden, wie im Rahmen von Projektarbeiten - moderne Technologien bieten hier einen Vorteil.
Mit diesem Beitrag werden Anregungen gegeben, wie Nutzungsformen des Internets, Wikipedia und Wikis, in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden können. Bisher ist Wikipedia noch keine Primär-Quelle für wissenschaftliches Arbeiten. Dennoch bieten diese Möglichkeiten, wie wunderbare Plattformen für einen akademischen Austausch an, gleichzeitig kann die akademische Sprache geschult und wissenschaftl. Handwerk wie adäquat Recherchieren und Zitieren erprobt werden.
Wiki wiederum ist ein geschlossenes soziales Netzwerk, eine Austauschplattfom, an der man nur durch persönliche Einladung teilnehmen kann. Mit Beispielen von Wikipediabeiträge und Projektarbeiten sollen Berührungsängsten mit neuen Medien abgebaut und neue Ideen für weitere Anwendungen im Bereich Blended Learning aufgezeigt werden.
c) Titel: „Moodle for CLIL (Content & Language Integrated Learning)"
Referent: David Bowskill
Im Referat werden ausgewählte Einsatzmöglichkeiten von Moodle in
CLIL-Englischkursen auf der GER C1/UNIcert® III Stufe erläutert.
1. CLIL-Englischkurse im Rahmen der UNIcert® III Ausbildung an der
Humboldt-Universität zu Berlin.
2. Eine kurze Einführung in die Lernplattform Moodle.
3. Die Vor- und eventuelle Nachteile eines Einsatzes von Moodle
in CLIL-Englischkursen.
4. Die Nutzung von drei Moodle-Werkzeugen zur größeren Autonomie sowie
Interaktion in Sprachkursen: (a) Foren (b) Glossare und (c) Wikis.
5. Diskussion.
Workshop 3: „Lern- und Lehrmethoden“
In diesem Workshop geht es unter anderem um, die Fallstudienarbeit, Humor im Unterricht...
Beiträge im Rahmen des Workshop 3
a) Titel: „Humor in der Lehre"
Referent: Kurt Weißenböck, Universität Graz
Der Beitrag handelt von dem Thema Humor, insbesondere geht es um das spannende Thema der Nationalitätenvorurteile (bzw. eher ‚innerenglisch’ Engländer/ Schotten/ Iren/ US-Amerikaner/ Australier) und auch ob sich in Bezug auf diese Vorurteile in den letzten 50 Jahren (Lehrbücher!) etwas geändert hat.
b) Titel: „Frankreich hautnah“. Studienreise nach Paris
Referentin: Dr. Caroline Mary, Universität Mannheim
Das Ziel der Studienreise nach Paris ist es, den Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, sich vor Ort einen Eindruck von der soziopolitischen und kulturellen Situation der Hauptstadt Frankreichs zu machen. In den vorbereitenden Sitzungen werden Referate zu verschiedenen Themen, wie etwa „Das Politische und Bildungssystem Frankreichs“ oder „Paris – Geschichte und Gegenwart“, auf Französisch gehalten. In Paris werden die behandelten Aspekte dann vertieft einerseits wiederum durch Referate vor ausgewählten Monumenten, in den Quartiers oder in Museen zu bestimmten Kunstwerken und andererseits durch Treffen mit französischen Studierenden und Interviews.
Die differenzierte Auseinandersetzung mit der zunächst fremden Kultur führt einen zugleich näher an seine eigene heran. Gerade im Zeitalter der Globalisierung gewinnt die Vergewisserung der eigenen Identität und der Respekt gegenüber einer anderen Kultur mehr Gewicht.
Nachdem ich die ›Anleitung‹ solch einer Reise vorgestellt habe, werde ich über die Vorteile eines praxisorientierten Seminars sprechen und schließlich die Meinung der Studierenden aus der anonymen InstEval Evaluation wiedergeben.
c) Titel: „Feedback-Prozesse in der schriftlichen
Sprachproduktion"
Referentin: Dr. Martina Elicker, Karl-Franzens-Universität Graz
Die zentrale Rolle einer korrekten und der Textsorte angemessenen Sprachverwendung in akademischen Texten ist unbestritten. Es muss daher Ziel des universitären Fremdsprachenunterrichts sein, die Studierenden an eine solche Sprachverwendung heranzuführen. In den Basissprachkursen des Instituts für Anglistik (KFUG) erfolgt die Korrektur schriftlicher Arbeiten im Sinne eines Process Writing als mehrphasiger Prozess, wobei bei allen Phasen ein Korrekturcode, der auf (text-)grammatikalische Fehlerkategorien verweist, zum Einsatz gelangt. In meinem Vortrag wird auf eine Studie Bezug genommen, die untersucht, wie zielführend dieser Code ist und wie er noch besser an die Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden kann.
d) Titel: „Landeswissenschaft und das Wir-Sie Problem“
Referent: Robert McLaughlin
Zusammenfassung: Ein großer Teil der Fremdsprachenlehrenden an deutschen Hochschulen sind Muttersprachler. Sie stehen damit in einem starken Wir-Sie Verhältnis zu den Lernenden, d.h. es wird allgemein erwartet, dass sie über die Richtigkeit der Äußerungen der Lernenden urteilen. Im Sinne eines modernen Fremdsprachendidaktik gilt es, diese Abhängigkeit zu reduzieren.
Workshop 4: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen (GER) in der Praxis
In diesem Workshop geht es unter anderem um, das Prüfen und Bewerten von Fremdsprachenkenntnissen, Sprachnachweise und –zertifikate...
Beiträge im Rahmen des Workshop 4
a) Titel: „Vier aus siebenundfünfzig: Der GER und Fragen des korrekten Lernens, Lehrens und Testens“
Referent: Rudolf Camerer, elc - European Language Competence Frankfurt
Mit seinen 57 Skalen liefert der GER ein differenziertes Instrumentarium sprachlicher Kompetenzbeschreibung, von denen nur 4 sich mit Aspekten der Korrektheit befassen: Grammatik, Wortschatz, Aussprache und Orthographie. In 53 Skalen stehen dagegen Aspekte kommunikativer Kompetenz im Vordergrund, zu deren positivem Gelingen mehr und teilweise andere Fertigkeiten als die klassischen vier gehören (Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen). Grundsätzlich geht es dem GER um ein Verständnis kommunikativer Kompetenz, das auf gelingende Kommunikation zielt und mit Kriterien linguistischer Korrektheit nicht angemessen beschrieben werden kann.
Welche Auswirkungen hat dieser Ansatz auf das Lernen, Lehren und Testen? Ist der GER in diesem Sinn in Deutschland schon „angekommen“? Anhand von Beispielen aus der Fremdsprachenlehre, aus Lehrwerken und gängigen Sprachtests sollen diese Fragen diskutiert werden.
b) Titel: „Lehren und Testen an einer Business School: Was Lehrer/innen über Tests wissen sollten.“
Referent: Judith Mader, Frankfurt School of Finance and Management
Die Bewertung mündlicher Kompetenzen wird oft als schwierig und als eher subjektives Verfahren angesehen. In diesem Vortrag/Workshop möchte ich zeigen, wie interaktive Fertigkeiten mit Hilfe von GER-Deskriptoren zuverlässig getestet und bewertet werden können. Geschäftsgespräche, Verhandlungen, Diskussionen usw. sind immer eine Kombination von Sprachkompetenz und anderen Fertigkeiten, weshalb einschlägige Testverfahren oft zur Frage führen, was genau es ist, das wir testen: Sprachkompetenz oder eben andere Fertigkeiten? Wie können authentische Testverfahren aussehen? Wie ist eine faire Bewertung von mündlicher Performanz möglich? Inwieweit können/sollen Fachwissen und Originalität die Bewertung beeinflussen? Wie können Studierende auf entsprechende Testverfahren vorbereitet werden? Und wie können solche Tests organisiert werden? Wie intensiv sollte das Testverfahren im Unterricht geübt werden? Wie können wir Feedback geben? Wie können wir den Studierenden helfen? Wo gibt es geeignete Materialien?
Gezeigt wird die Beantwortung dieser Fragen an der Frankfurt School of Finance and Management unter Bezugnahme auf zentrale Empfehlungen des GER, und grundsätzliche Fragen zu Bewertungsverfahren mündlicher Performanz ansprechen.
